MZ v. 28.07. Seite 10

Die Autorin Frau Susanne Hiegemann läßt Mindeststandards journalistischer Sorgfaltspflicht unbeachtet. Herr Ditscher war damals ganze 10 Jahre alt, 70 Jahre später deutet er seine damaligen Wahrnehmungen aus - oder auch bloß ihm vom Hörensagen bekannt gewordene Geschichten. Hiegemann nimmt das unbesehen hin – und liefert einen tendenziösen Bericht ab anstelle einer objektiven Darstellung. Zufällig?

Sie übernimmt kurzerhand Ditschers mehr als fragwürdige Feststellung, durch Trinkgelage umgekommene Sowjetsoldaten wären auf dem Ehrenfriedhof beigesetzt. Wahrscheinlich ist das unzutreffend. Und mit Sicherheit hätte man sie unverzüglich und wenig zimperlich in das sowjetische Militärobjekt verbracht, anstatt sie vor den Augen der deutschen Öffentlichkeit sterben zu lassen, wie Ditschers Worte nahelegen. Zudem: Jeder 8. Einwohner der UdSSR verlor durch den deutschen Nazi-Krieg sein Leben. Das interessiert die Autorin aber nicht. Zur weiteren Richtigstellung: Auf dem sowjetischen Ehrenfriedhof in Zeitz sind über 230 namentlich bekannte Sowjetbürger beigesetzt – viele von ihnen als Kriegsgefangene in Deutschland von den Faschisten zu Tode gebracht. Frau Hiegemann erwähnt dies nicht – sie gibt Ditschers frechen Unterstellungen den Vorzug und rückt sie in die Nähe von Tatsachenbehauptungen. Hoffentlich wird doch einmal bekannt, ob das Ganze Unfähigkeit war oder Vorsatz und warum!

P. Moser

   
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