Mit wachsendem Zeitabstand zum gemeinsamen Untergang der DDR mit den Staaten des sozialistischen Lagers werden die Anschuldigungen immer gröber, welche man auch der DDR und ihrer Geschichte anlastet. So manche Behauptung oder Umdeutung wäre zum Untergangszeitpunkt oder in dessen zeitlicher Nähe nicht möglich gewesen, ohne vielfachen Widerspruch auszulösen.

Ein Beispiel ist der 2+4-Vertrag und die dahin führenden Verhandlungen. Da war DDR bzw. Deutsche Demokratische Republik nicht nur der offizielle auch regierungsamtliche Name für diese Verhandlungspartei, sondern die Benennung auch in den öffentlich-rechtlichen Medien sowie in den Konzernmedien lautete so. Letztgenannte vertreten bekanntlich Konzernmeinungen. Inzwischen verschwinden selbst marginale Unterschiede zwischen beiden Mediengruppen immer schneller. Zumindest ebenso schnell mutierte die DDR sowohl in den genannten Mediengruppen als auch in geschichts„wissenschaftlicher“ Darstellung zum Verbrecher- oder Unrechtsstaat.

Aber so ist Zeitgeschichte. Sie wird von den politischen Machtverhältnissen dominiert anstatt von wissenschaftlichen Kriterien. Erst nach entsprechendem Fristablauf und bei somit zeitbedingt machtpolitisch uninteressanten Forschungsgegenständen und -ergebnissen wird die Geschichtswissenschaft in ihrer herrschenden Meinung (h. M.) zunehmend wissenschaftlicher. Freilich ist die h. M. - insbesondere in der zeitgeschichtlichen Wissenschaft - deutlichst zu trennen vom wissenschaftlichen Forschungsstand.

Eine weitere böswillig verzerrte Mediendarstellung lieferte nun die „Mitteldeutsche Zeitung“ ab in ihrer Ausgabe v. 02./03 01.2016 auf Seite 2 der Beilage „Blick“. (Link: http://www.mz-web.de/kultur/zeitgeschichte-uebergriffe-sowjetischer-soldaten-in-der-nachkriegszeit,20642198,33048130.html)

Ein Musterbeispiel tendenziös entstellender und abwertender Berichterstattung zum Thema „Übergriffe sowjetischer Soldaten auf deutsche Zivilisten nach Kriegsende“. Es handelt sich dort – bestenfalls – um Halbwahrheiten. Doch Halbwahrheiten können in ihrer Wirkung auf den Arglosen oder Unwissenden ärger sein als faustdicke Lügen. So liegt es hier. Die gleiche Tendenz ist bei der Auswahl der Leserkommentare zu erkennen. Richtigstellende Leserfragen oder -kommentare bleiben schlicht unveröffentlicht.

Nur ein Beispiel:

(03.01.2016)
@christa herrmann stellt ungeachtet ihrer sonstigen Verzerrungen, Einseitigkeiten, Halb- und Unwahrheiten absolut zutreffend fest: „Aber eigentlich ging es ja um die massiven Übergriffe der russischen Besatzer in Ostdeutschland ...“ Stimmt wirklich. Ausschließlich das ist nämlich Sinn und Zweck dieses unsäglichen Textes des Herrn Könau. Hetze und Verleumdung ist wieder sehr gefragt in vielen deutschen Medien – insbesondere mit antirussischem Impetus. Warum wohl?

   
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