Am 12. März 2015 fand in Zeitz eine Stadtratssitzung statt, die vom Filmteam der "Zeitzer Lupe" aufgezeichnet wurde und bei Youtube unter folgender Adresse angesehen werden kann:

https://www.youtube.com/watch?v=UsUwLVtysHs

 

Hierzu unsere Anmerkungen zu zwei Sachverhalten:

Erstens:

Bei Minute 12:20 entgegnet OB Kunze – im Ton freundlich wie beinahe immer, aber listig wie gewohnt - auf die Frage eines Stadtrates sinngemäß: ... Das interessiert die Mehrheit des Stadtrates nicht … - Diese Behauptung wiederholt Kunze sogar bei Minute 13:20. Man kann den gesamten Frage-Antwort-Komplex ab Minute 1:53 verfolgen, um zu erfahren, worum es inhaltlich geht,

Hinsichtlich Kunzes dreistem Verhalten genügt jedoch zu wissen: Der Stadtrat ist Dienstvorgesetzter des Oberbürgermeisters, nicht etwa umgekehrt. Dem OB steht daher dieses anmaßend-freche Urteil überhaupt nicht zu, auch nicht zutreffendenfalls. Das Gemeindeorgan Stadtrat findet und deklariert seine Meinung durch Abstimmung und nicht durch Urteil des ihm unterstellten OB.

Da mag Kunze noch so tönen, aber der Stadtrat bzw. dessen Mehrheit muß sich von ihm nicht am Nasenring in der Manege vorführen lassen. Sollte eine Stadtratsmehrheit dennoch Freude empfinden an solcher Behandlung, wäre dies kein gutes Zeichen - für beide Seiten. Übrigens: Man sollte sich doch ´mal etwas genauer mit der von Kunze auf diese unverschämte Weise einfach weggewischten Frage befassen. Vielleicht gibt es ja doch allen Grund dazu.

Zweitens:

Ab Minute 22:00 geht es im Tagesordnungspunkt 12 um eine Richtlinie zur Sanierung und städtebaulichen Förderung. Ab Minute 22:20 erfolgt eine Einblendung, sie lautet wörtlich: „Jetzt fördert man noch zusätzlich den Neubau mit Steuermitteln und erhöht damit weiter den katastrophalen Leerstand von Zeitz. Damit wird jeder bisheriger Hauseigentümer in der Innenstadt von Zeitz geschädigt.“ Und weiter ab Minute 23:13: „Der gesamte Stadtrat übersieht wieder einmal die mittelbaren Folgen ihres Handelns. Das selbst vereinbarte Ziel im Stadtentwicklungskonzepts, der Rückbau von Wohnraum, ist in keinster Weise erreicht.“

Es ist unglaublich, was den Zeitzer Bürgern hier aufgetischt werden soll.

Nach dem bisherigen wie zukünftig absehbaren Bevölkerungsrückgang ist in Zeitz unstreitig der Wohnungsleerstand trotz massiver Abrisse noch immer zu hoch. Hunderte weitere „Wohneinheiten“ sollen abgerissen werden. Einflußreiche Kräfte in der privaten Zeitzer Wohnungswirtschaft, leider auch in Zeitzer Verwaltung und Politik möchten dies vorzugsweise „im Südosten“ der Stadt bewirken – also im Neubaugebiet Zeitz-Ost. Auch die Mitteldeutsche Zeitung berichtete darüber in Ihrer Ausgabe vom 14./15. März auf Seite 9.

Aus einem Neubaugebiet mit relativ niedrigem Wohnungsleerstand sollen demnach mittels politisch-administrativer Maßnahmen die Bewohner in unpopuläre Altstadtquartiere verbracht werden, aus einem beliebten Wohngebiet verdrängt werden in mißliebige innerstädtische Wohngegenden. Jedenfalls nach dem Willen dieser Kräfte. Damit „man“ die Leerstands-Probleme in der Zeitzer Innenstadt lösen kann. Gewiß käme das manchen innenstädtisch tätigen privaten Vermietern zugute, welche diese Objekte nicht selten erst nach 1990 erwarben. Bislang schon blieben solche Umsiedlungs-Bemühungen allerdings erfolglos. Wahrscheinlich wird diese Rechnung also auch künftig nicht aufgehen.

Die Folge wäre wohl stattdessen ein noch stärkerer Bevölkerungsrückgang durch Wegzug, sei es „nur“ in das gemeindliche Umfeld oder auch wesentlich weiter entfernt. Zudem sind in Zeitz-Ost die Wohnungsgenossenschaften stark vertreten, deren Mieter in Personalunion auch Miteigentümer an den Immobilien sind. Wohnungs-Rückbau/Abriß bedeutet für Genossenschaftsmitglieder Vermögens- und Sicherheitseinbußen. Dies sollten sie und alle Bewohner von Zeitz-Ost im eigenen Interesse verhindern!

   
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