Karriere mal anders: vom Vorstandsvorsitzenden zur Pflegekraft.

shreriff 1 20160610 1933597625Allerdings: im von Dr. Kunze geschätzten Land der unbegrenzten Möglichkeiten verlaufen Karrieren eher entgegengesetzt. Nun gut, Zeitz, Sachsen-Anhalt, ist nicht Phönix, Arizona. Immerhin möchte unser Ex-OB dennoch bei uns hier in Zeitz seßhaft werden. Das muß man nicht verstehen, aber man kann.

Als Altenpfleger - dieser Beruf ist ihm aus früheren Zeiten nicht fremd - möchte er bei uns künftig wirken. Ist das nicht toll? Toll ist aber auch, welch ein Zufall, daß kürzlich punktgenau bei der Stiftung Seniorenhilfe die Stelle des Geschäftsführers vakant wurde. Im Klartext: der Vorstand sah wohl Gründe dafür, den Herrn Pruss-Delitzscher von seinen Aufgaben freizustellen. Aber entsprechende Berichte spiegeln nicht wieder, daß dieser Vertrag nicht sofort ausläuft. Herr Pruss-Delitzscher wurde beurlaubt. Noch also wird sein Gehalt aus dem Stiftungsbudget gezahlt. Welches Ziel hierbei der Vorstand verfolgte? Darüber kann nun lediglich spekuliert werden. Allerdings, die Spatzen pfeifen es seit der Zeitzer OB-Wahl von den Dächern, es gab da wohl einen Wunschnachfolger.

Sicherlich bedauert man nun die veröffentlichte Absage des Dr. Kunze, der, man staune, sich als ausgewiesener Verwaltungsfachmann nach eigenen Angaben dieser Aufgabe (als Geschäftsführer) nicht gewachsen sah. Stand der Dinge jetzt: die Stelle wird ausgeschrieben, ganz so, wie es sich gehört. Offen bleibt jetzt nur die Frage, warum Herr Pruss-Delitzscher kostenintensiv beurlaubt wurde. Haben jene Spatzen Recht, welche diese Personalentscheidung des Stiftungsvorstandes mit dem Ausgang der Zeitzer OB-Wahl in Verbindung bringen? Die Möglichkeit ist naheliegend, dass Herr Pruss-Delitzscher in Zeitz hätte bleiben können, wäre unser nun Ex-OB wiedergewählt worden.

Dies jedoch geschah nicht. Und so sucht Herr Dr. Kunze nun ein neues Wirkungsfeld. Als Altenpfleger möchte er nun arbeiten, im Seniorenstift. Hahaha, da waren wohl die bösen Gerüchte über den Austausch der Stiftungsleitung zu früh am Start, denn dies ist ohne öffentliche Ausschreibung nicht möglich, solche Gerüchte müssen natürlich dementiert werden.

Da verdingt man sich eben, weil einem Zeitz schließlich ans Herz gewachsen ist, als Altenpfleger bei der Stiftung. Ein Problem ist das nicht, so man Verbindungen hat - und die sind bestens.

Bleibt abschließend nur noch zu erraten, wo mittel- bis langfristig der Aufgabenbereich dieses doch speziellen Pflegers liegen wird. Denkbar, daß sich hier der Kreis wieder schließt. Selbstverständlich bieten sich in Zeitz attraktive Aufstiegsmöglichkeiten. Insbesondere dann, wenn, entsprechend dem guten alten Spruch, der Knabe selber an der Quelle sitzt.

Man halte die Nase in die Luft, riecht da etwas? Also: benutzte Mullbinden riechen so nicht. Vielleicht kann man ja bei der Stiftungsaufsicht in Halle diesen besonderen Duft einordnen.

G. Rink, Zeitz

Update:

Der Beitrag stand auch auf der Homepage der Mitteldeutschen Zeitung (MZ) unter Bürgerreporter/Zeitz. Der Text wurde durch redaktionellen Eingriff entfernt und der Verfasser mittels Email hiervon unterrichtet. Auf die Frage nach den Gründen antwortete die zuständige Mitarbeiterin:

Lieber Herr Rink,

das war die Stellungnahme der Lokalredaktions-Kollegen:

"Was Kunze angeht, so verdingt er sich nicht als Altenpfleger, sondern wird ehrenamtlich helfen. Und das in verschiedenen Bereichen. Die unterschwellige Unterstellung von Herrn Rink, dass Kunze schnell mal so zum neuen Chef der Seniorenhilfe aufsteigt, ist in der Zeitzer Zeitung auch ausführlich behandelt worden und Unsinn. Herr Pruß-Delitsch musste gehen (und ist auch nicht kostenintensiv beurlaubt worden, sondern hat in den verbleibenden drei Wochen bis zum Auslaufen seines Vertrages seinen gesetzlichen Urlaub genommen), weil er schlicht unfähig war. Es wird eine Ausschreibung geben."

Herr Kunze hat auch bereits angekündigt, rechtliche Schritte gegen Ihre Anschuldigungen und oft nicht klar belegbaren Aussagen unternehmen zu wollen. Wir können also nicht tolerieren, dass so etwas auf einer Plattform der Mitteldeutschen Zeitung ausgetragen wird.

Ist die Begründung für Sie nachvollziehbar?

Viele Grüße

Diana Serbe

 

2. Update:

Sehr geehrte Frau Serbe,

was Ihren Hinweis auf die Nachvollziehbarkeit der von Ihnen übermittelten "Fakten" angeht:

Nachvollziehbar ist für mich gegenwärtig, umsomehr nach der von der MZ-Lokalredaktion Zeitz beschriebenen Faktenlage, daß in dieser Angelegenheit ganz offensichtlich noch Recherchebedarf besteht. Nach meiner Wahrnehmung, auch aus Berichten der MZ resultierend, kann die Angabe nicht bestätigt werden, wonach das Dienstverhältnis von Herrn Pruss-Delitzsch als Geschäftsführer der Stiftung Seniorenhilfe Zeitz vertragsgemäß und regulär nach Ablauf der Dienstzeit endete. Dieses müßte regulär eigentlich am Jahresende der Fall sein. Womit freiwilliger Jahresurlaub als Überbrückung des gesamten Zeitraums eher nicht in Frage kommen dürfte. Aber anderseits widerspräche solche Überlegung den Quellen der Lokalredaktion!

Mutmaßlich werden datenschutzrechtliche Hürden wohl hier eine rechtlich haltbare Klarstellung verhindern. Schade. Sehr bedauerlich.

Somit bleibt dann leider für kritische Bürger diese Angelegenheit mit einem üblen Beigeschmack behaftet. Welcher sich noch dadurch verdichtet, daß maßgebliche Gremienteile die Möglichkeit hätten, ihrem Sheriff sogar wieder den Weg ins Zeitzer Rathaus zu ebnen.

Ganz eindeutig käme eine ehrenamtliche Tätigkeit bei der Stiftung Seniorenhilfe einem solchen Ansinnen unterstützend entgegen. Was spräche gegen diese Überlegung? Immerhin ist eher unwahrscheinlich, daß jemand seinen Wohnsitz nach Zeitz verlegt, um als Rentner hier ehrenamtlich tätig zu werden!

 

Mit freundlichem Gruß
Rink, Zeitz

   
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