Zur heutigen 498. Montagsdemonstration in Zeitz erschienen 15 Personen, um wieder gemeinsam gegen Hartz IV sowie gegen Sozial- und Demokratieabbau zu protestieren.

Aufgrund des örtlichen Lärmpegels durch den zeitgleich stattfindenden Weihnachtsmarkt war es wenig sinnvoll, Redebeiträge zu halten. Wir möchten daher unsere Onlinemedien nutzen, um über zwei Sachverhalte zu berichten:

 

Kommentar zum Tod des externen Psychologen vom 3. Dezember 2014

Am 3. Dezember wurde ein externer im Auftrag des Jobcenters Rothenburg ob der Tauber eingesetzter Psychologe dort durch einen 28-jährigen Mann erstochen und erlag noch vor Ort seinen Verletzungen. Die genaueren Umstände sind bisher noch unklar.

Daß diese Tat entsetzt und es auch keine Rechtfertigung dafür gibt, dürfte klar sein. Ein Mensch ist zu Tode gekommen und Mitgefühl gegenüber den Angehörigen, Freunden und Kollegen angebracht. Spekulationen oder gar Häme gehören hier nicht hin. Weder ist das Motiv bekannt, noch das Geschehen im Vorfeld.

Allerdings verwundert doch sehr, daß die Medien von einem Jobcenter-Mitarbeiter sprechen, der er jedoch nicht war. Selbst die Bundesagentur für Arbeit schreibt in ihrer Pressemitteilung via Mail vom 3. Dezember an alle Mitarbeiter von einem Psychologen, der für das kommunale Jobcenter in Rothenburg ob der Tauber tätig war.

Mit der Falschbeschreibung des sogenannten Jobcenter-Mitarbeiters impliziert dieses Tötungsdelikt, daß erneut, durch einen eventuellen Arbeitslosengeld-II-Berechtigten, die Gewalt in den Jobcentern ausufert. Somit findet eine Übertragung des Geschehens auf den Erwerbslosen statt. Die Gefahr besteht nun darin, daß die Arbeitslosengeld-II-Berechtigten generell als Täter wahrgenommen werden oder dazu gemacht werden sollen. Ist es nicht vielmehr so, daß das eigentliche System und die damit umgesetzte Agenda 2010 eine Dehumanisierung hervorgebracht hat, welche die Menschen zu Verzweiflungstaten verleitet? Nein, das ist keine Entschuldigung oder Reduzierung der Tat. Es soll zum Nachdenken anregen, welche Verschärfungen die Umsetzung der Agenda 2010 mitgeliefert hat.

Insbesondere die Einführung von Hartz IV im Jahr 2005 führt bis heute zu einer Spaltung in der Gesellschaft, wenn nicht gar zu einer Entdemokratisierung. Die durch Alt-Bundeskanzler Schröder favorisierte Eigenverantwortung lastet auf den Schultern der Erwerbslosen. Diskutiert wird, wer die Opfer und die Täter sind. Je nach Position der Schreibtischseite werden die Begriffe „Opfer“ und „Täter“ passend gemacht. Die Folgen sind Mißtrauen und Vertrauensverlust in die Gesellschaft und in die Politik, Verschwendung und Entwertung menschlicher Ressourcen und Fähigkeiten sowie die „Aufrüstung“ von Sicherheitsmaßnahmen innerhalb der Jobcenter. Leider fehlt bis heute gänzlich die offene und ehrliche Diskussion um das unmenschliche System mit der unsäglichen Sanktionspraxis. Zu diskutieren sind: die Zumutbarkeit jeder Tätigkeit, der Verstoß gegen die Menschenrechte, die zum Teil vorhandene Willkür und Rechtsunsicherheit in den Jobcentern, die Verarmung durch Hartz IV und durch den prekären Arbeitsmarkt sowie durch das mit Schuld- und Schamgefühlen gepaarte Angstklima.

Die Gegner sind nicht die Mitarbeiter in den Jobcentern, sondern unser System - und dieses muß und darf mit legitimen Mitteln durchaus „bekämpft“ werden. Ziel muß es sein, eine Inklusion zu schaffen, in welcher die durch Medien diffamierten Erwerbslosen wieder als Menschen inkludiert werden. Das derzeitige System mutiert die Erwerbslosen zu Objekten, welche entmündigt und bevormundet werden. Das können weder Jobcenter-Mitarbeiter verändern noch die Erwerbslosen selbst. Es ist die Aufgabe der Politik, der Gewerkschaften aber auch der sogenannten Sozialverbände. Ein Umdenken muß hier erfolgen und solange diese sich verweigern, werden wir weiterhin ein Bild der kriminalisierten Erwerbslosen haben und eine Projizierung falscher Tatsachen. Und das kann es nicht sein!

Quellartikel: http://altonabloggt.com/2014/12/04/kommentar-zum-tod-des-externen-psychologen-vom-3-dezember-2014/

 

Thüringens neugewählter Sprechblasebalg Ramelow auf Totschlagmission: Meine Wahl besiegelt das Ende der DDR – Ein Kommentar

In einem Interview in Springers nachrevolutionärem Kampfblatt „Bild am Sonntag“ erklärte der frischgewählte Ministerpräsident Thüringens, Bodo Ramelow, Wichtiges zum Weltgeschehen.

Seine linken Parteigenossen ließ er wissen, er sei nicht ihr Parteivorsitzender und werde sich an parteipolitischen Debatten nicht beteiligen. So schnell hat sich wohl kaum je ein gerade gewählter Ministerpräsident aus den Niederungen des politischen Lebens zurückgezogen, um Zuflucht im zu nichts verpflichtenden Wolkenkuckucksheim zu finden. Die Angst Ramelows vor der Bevölkerung scheint gewachsen zu sein, bevor er überhaupt angefangen hat zu "regieren". Will er die Thüringer beeindrucken mit seinem präsidialen Gehabe, an parteipolitischen Debatten nicht teilzunehmen und eine Regierungspolitik per Dekret führen? Salonsozialist Karrierist Ramelow auf die Frage ob er das bürgerliche Feigenblatt seiner Partei sei, „ich habe die Partei jahrelang geprägt und Feigenblätter prägen nichts. Sie hängen immer nur davor." Sagt ein Mann, der das "Feigenblatt" verneinte, am Ende seiner Karrierejahre das Attribut "bürgerlich" nicht, ist dies eine deutliche Warnung an all jene, die auf eine Veränderung der neokonservativen Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik in Deutschland hoffen, falls Die Linke auf Bundesebene Regierungsverantwortung übernehmen würde. Dann müßte Die Linke zudem auch noch die faschistisch-imperialistische Außenpolitik der USA/Nato übernehmen, um mit einer totalen Unterwerfung überhaupt die Genehmigung aus Washington zu erhalten, mitregieren zu dürfen.

An solchen Parteien und Persönlichkeiten herrscht nun wirklich kein Mangel in Deutschland. Wozu überhaupt noch Die Linke wählen?

Die junge Welt berichtet heute, daß Gregor Gysi daran arbeite, die Partei auf Bundesebene auf "Kurs" zu bringen, und, Donnerlittchen auch, Die Linke müsse sich "in bestimmter Hinsicht etwas disziplinieren", meint Gysi. Hier spricht die Angst eines anderen Parteikarrieristen vor den Fußsohlen seiner Partei"soldaten".

Gysis Vize Dietmar Bartsch, (das verrutschte Lächeln), soll im Deutschlandfunk schon von einer Regierungsbeteiligung im Bund geträumt haben.

"Nur manchmal verrutscht dem Kandidaten das Dauerlächeln. So jüngst bei einer Diskussion in Berlin-Mitte, als er auf die Frage, wie er sich denn die vielen widerstreitenden Meinungen und Fraktionskämpfe in der Linkspartei erkläre, einen interessanten Blick in seine Psyche ermöglichte: Da in Zeiten schlechter Wahlergebnisse die Mandate knapper seien, würden sich die Abgeordneten der Linkspartei um die Posten streiten wie "die Hartz-Vierer um den Alkohol". Wer so über seine Leute denkt und offenkundig annimmt, daß der Suff das Erkennungsmerkmal der Arbeitslosen ist, der kann, auf dem Weg in die FDP, die Mitgliedschaft in der SPD gleich überspringen". Rationalgalerie

Dem linken Flügel der Partei verschlug es wohl die Sprache; der hüllte sich am Wochenende in Schweigen. Ich hoffe wirklich nicht, daß Ramelow sie schon zum Schweigen gebracht hat, während er sich damit beschäftigte, weiter mit der bereits seit 25 Jahren verblichenen DDR einen pseudoideologischen Kampf zu führen. Die DDR als untoten Popanz am Leben zu halten, liegt nämlich durchaus im Interesse derjenigen, welche die Hartz-IV-Gesellschaft als die Errungenschaft des Jahrhunderts einführten und feiern.

"Nachtijall, ick hör dir trapsen".

Quellartikel: http://principiis-obsta.blogspot.de/2014/12/thuringens-neugewahlter-sprechblasebalg.html

 

Offener Runder Tisch Zeitz, ORTZ
Internet: www.ortz.eu

   
Letzter Monat Juni 2018 Nächster Monat
Mo Di Mi Do Fr Sa So
week 22 1 2 3
week 23 4 5 6 7 8 9 10
week 24 11 12 13 14 15 16 17
week 25 18 19 20 21 22 23 24
week 26 25 26 27 28 29 30
   
Keine Termine
   
© Offener Runder Tisch Zeitz - ORTZ